FÜR ALLE STATT FÜR WENIGE


Lieber Visionen als Gleichstellung

Von SP Aesch-Pfeffingen, 3. Oktober 2019

Im Juni 2019 forderte ich mit einem Antrag unter §69 den Aescher Gemeinderat dazu auf, die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor zu unterzeichnen. An der vergangenen Gemeindeversammlung verwarf der Gemeinderat die Unterzeichnung mit der Begründung, dass die Gemeinde die Gleichstellung bereits genügend lebe und es deshalb nicht nötig sei.

Ein solcher Entscheid ist beschämend und ein Indiz dafür, dass in Aesch eine Sachpolitik mit der aktuellen Zusammensetzung des Gemeinderats nicht möglich ist. Die Aussage der Gemeindepräsidentin lässt mich und viele Aescherinnen und Aescher stutzig werden, die Gemeinde würde gemäss Aussage der Gemeindepräsidentin bereits heute im Beschaffungs- und Auftragswesens die Lohngleichheit einfordern und es nicht nötig sei, die eigenen Lohnstrukturen auf der Gemeindeverwaltung zu überprüfen.

Noch heute besteht im öffentlichen Sektor eine Lohndifferenz von Frauen und Männern von rund 16.7%, davon ist ein Drittel (!) unerklärbar. Mit dem Entscheid die Charta nicht zu unterzeichnen, stösst der Gemeinderat jenen Aescherinnen und Aeschern vor den Kopf, welche sich jahrelang für Gleichstellung einsetzen. Unsere Nachbargemeinden Reinach und Arlesheim und auch der Kanton Baselland sowie die Partnergemeinde Porrentruy haben die Charta unterzeichnet. Schweizweit gibt es bislang 16 Kantone sowie 79 Gemeinden die die Charta unterzeichnet haben. Weshalb Aesch nicht?

Ich hoffe, dass alle Aescherinnen und Aescher bei den nächsten Wahlen genau überlegen, wen Sie wählen. Aesch braucht nicht nur Visionen, sondern verständliche, zeitgemässe und nachvollziehbare Entscheidungen, die mit Verstand und Weitsicht die Bedürfnisse der Bevölkerung widerspiegeln.

Pascale Schnell, Vizepräsidentin SP Aesch-Pfeffingen