Nein zur Angstmacherei

Es gibt viele Argumente gegen die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Ein Aspekt ist mir als Lehrerin und Mutter besonders wichtig: Welche Einstellung haben wir gegenüber Veränderungen und gegenüber der Zukunft?

Natürlich gibt es in der Schweiz reale Herausforderungen: bezahlbarer Wohnraum, volle Züge, Druck auf Schulen und Gesundheitswesen. Aber diese Probleme löst man nicht, indem man Zuwanderung pauschal zum Hauptproblem erklärt und eine starre Bevölkerungsgrenze in die Verfassung schreibt. Was wir brauchen, sind eine positive und zugewandte Haltung und konkrete Lösungen: mehr bezahlbare Wohnungen, eine vorausschauende Infrastrukturplanung, gute Bildung und ein starkes Gesundheitswesen.

Eine Politik, die vor allem auf Angst setzt, verstellt den Blick auf solche Lösungen. Ich erlebe im Alltag, wie wichtig ein echtes Miteinander ist. Es entsteht nicht durch Abschottung, sondern dort, wo Menschen einander mit Offenheit und Respekt begegnen. Kulturelle Vielfalt erlebe ich dabei nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung – in der Schule, im Quartier und in den Vereinen.

Eine Annahme der Initiative würde keine Probleme lösen, sondern neue schaffen und die Schweiz unnötig isolieren. Darum sage ich am 14. Juni Nein zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».

Tanja Ruder, SP

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