Vor einigen Wochen besuchte ich eine Patientin in einem Altersheim. Ihre Freundin fragte mich besorgt, wer sie denn ins Dorf zum Einkaufen begleiten würde, wenn es keine Zivildienstleistenden mehr gäbe. Sie beklagte, dass bereits jetzt zu wenige Zivis im Einsatz seien.
Diese einfache Unterstützung ist für Bewohnende in einem Alters- und Pflegeheim von grosser Bedeutung und tragen wesentlich zu ihrer Lebensqualität bei.
In der Schweiz wurde jahrzehntelang dafür gekämpft, dass Personen, die ihren Patriotismus nicht mit einer Waffe zeigen wollen, diese Möglichkeit haben. Auch ich habe meinen Militärdienst abgebrochen und in den Zivildienst gewechselt. Ich hatte meine inneren Werte und Überzeugungen, doch leider wurde in einem der WKs die rote Linie überschritten.
Viele Dienstpflichtige, die sich dafür entscheiden, vom Militärdienst in den Zivildienst zu wechseln, haben ebenfalls negative Erfahrungen gemacht. Ich nehme an, dass diese, wie bei mir, sehr tiefgreifend waren.
Als Patrioten wollen wir unseren Dienst gegenüber der Schweiz erfüllen, nur nicht mehr in der Armee. Und diese wird nicht attraktiver, indem wir den Zugang zum Zivildienst erschweren. Vielmehr sollte die Armee ihre strukturellen Mängel konsequent angehen, Verachtung, Idiotie und Leerläufe beheben. Wenn dieses nur noch marginal auftreten würde, gäbe es auch nicht mehr so viele Patrioten, die vom Militärdienst in den Zivildienst wechseln wollen, um ihre Pflicht gegenüber dem Vaterland zu erfüllen. Deshalb: Nein am 14. Juni zum Zivildienstgesetz.
Nadim Ismail, Landrat SP